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Gender Glossar

Alphabetisches Gender Glossar


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A

Antifeminismus

Antifeminismus als direkte Reaktion auf feministische Bestrebungen und Errungenschaften ist historisch betrachtet kein neues Ph��nomen. [Heute wird] der Begriff des Antifeminismus beziehungsweise der antifeministischen M��nnerrechtsbewegung oft nach Hinrich Rosenbrock (2012) definiert. Es handelt sich hierbei um ein Konglomerat aus anonymen BloggerInnen, namentlich bekannten AutorInnen und PolitikerInnen sowie eingeschriebenen Vereinen. Ihnen gemein ist eine pauschalisierte antifeministische Ideologie gekoppelt mit dem Eintreten f��r M��nnerrechte.
Quelle: Ringhofer, Hannah (2016): Antifeminismus und feministische Soziale Arbeit. Der neue alte Kampf gegen feministische Errungenschaften. In http://www.soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/article/viewFile/424/765.pdf

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B

Bechdel-Test

Der Bechdel-Test ist eine M��glichkeit um zu bewerten, ob weibliche Charaktere in einem Film stereotypisiert werden. Dazu werden drei Fragen gestellt:

  1. Kommen mindestens zwei Frauenrollen vor?
  2. Gibt es mindestens einen Dialog zwischen ihnen?
  3. Geht es in dem Dialog um etwas anderes als um M��nner?

Der Test basiert auf dem Comic-Strip "the rule" von der amerikanischen Cartoon-Zeichnerin Alison Bechdel aus dem Jahr 1985, in dem Frauen einen Kinofilm sehen wollen unter der Pr��misse, dass dieser die oben genannten Kriterien erf��llt. In der Realit��t hielten diesen Kriterien gerade mal 36 von 89 Filmen in der Geschichte der Oscar Gewinner in der Kategorie 'Bester Film' stand. Der Test hat keinen wissenschaftlichen Anspruch und steht auch oft unter Kritik. Er ber��cksichtigt weder das Genre noch die gesamte Rollenverteilung bez��glich der Geschlechter. Bei Filmen mit einer weiblichen Rolle hat er keine Aussagekraft. Daher wurde er inzwischen auch schon vielfach weiterentwickelt, wie beispielsweise 2017 mit dem "New Bechdel Test".

Quellen:

The Rule. Abrufbar unter https://dykestowatchoutfor.com/the-rule/
Lakhotia, R. et. al. (2019): Identifying missing components in the Bechtel Test using Principal Analysis Method. Abrufbar unter: https://arxiv.org/pdf/1907.03702.pdf

C

Care-Arbeit

Unter Care-Arbeit wird die gesamte Breite der Sorge- & Pfleget��tigkeit von Kindheit bis ins Alter verstanden. In Privathaushalten wird diese in den meisten F��llen von Frauen ausge��bt ��� sogar wenn sie selbst in Vollzeit erwerbst��tig sind. Eine genaue ��bersetzung f��r Care gibt es im Deutschen nicht, da die Sorge zu stark mit F��rsorge assoziiert wird. Zum Verst��ndnis von Care-Arbeit sind zwei Aspekte zu betrachten: Versorgung & Betreuung sowie Emotionsarbeit. Analytisch betrachtet m��sste Care-Arbeit entgrenzte Arbeit bedeuten, da das Engagement der Versorgenden immer an die Bed��rfnisse des Sorgeempf��ngers angepasst werden muss.

Quelle: Lutz, Helme (2010): Wer ��bernimmt die Care-Arbeit zuhause? Abrufbar unter: https://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/36050711/03Lutz.pdf

Chancengleichheit

Fehlen geschlechtsbedingter Barrieren, die einer Teilhabe am wirtschaftlichen, politischen und sozialen Leben im Wege stehen.
Quelle: Europ��ische Kommission, Generaldirektion Besch��ftigung, Arbeitsbeziehungen und soziale Angelegenheiten, Referat V/D.5 (1998): 100 Begriffe aus der Gleichstellungspolitik. Glossar der Gleichstellung zwischen Frauen und M��nnern

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D

Diversit��t/ Diversity

Unter Diversity (dt.: Vielfalt) wird die Heterogenit��t und Diversifizierung sozialer Lebenslagen und sozialer Zugeh��rigkeiten verstanden, die in Folge von unter anderem Migrationsbewegungen, ver��nderten Geschlechterbeziehungen und der Pluralisierung von Familienformen in westlichen Gesellschaften zunehmen bzw. st��rker thematisiert werden als zuvor. Dabei ist eine Lesart vorherrschend, die Diversity als gesellschaftliche und besonders als ��konomische Ressource, als Potenzial, betrachtet.
Quelle: https://gender-glossar.de/glossar/item/48-diversity

Diskriminierung

Vielfaltsformen: Alter, Ethnische Herkunft & Nationalit��t, Geschlecht & geschlechtliche Identit��t, k��rperliche und geistige F��higkeiten, Religion & Weltanschauung, sexuelle Orientierung, soziale Herkunft

Diskriminierungsdimensionen:

  • Mittelbar/Direkt: Ungleichbehandlung aufgrund der Merkmale, z.B. Altersgrenzen, Zutrittsverweigerungen,...
  • Unmittelbar/Indirekt: Subtilere Ungleichbehandlung, z.B. Ausschlusskriterien wie die Muttersprache
  • Intersektional: Mehrfachdiskriminierung aufgrund mehrerer der genannten sch��tzenswerten Merkmale

Diskriminierungsebenen:
Strukturell: Diskriminierung abh��ngig von gesellschaftlicher Organisation; oftmals schwer erkennbar und normalisiert aufgrund immanenter Machtverh��ltnisse und Strukturen
Institutionell: Diskriminierung innterhalb einer Institution; oftmals enger Zusammenhang mit Struktureller Diskriminierung

Diskriminierung & OVGU:
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet Diskriminierung. Dies schlie��t auch digitale Kommunikation und deren Formate ein.
Die OVGU m��chte eine Universit��t f��r alle sein. Wir m��chten uns daher gemeinsam daf��r einsetzen, Diskriminierung tag f��r tag weiter abzubauen und Vielfalt zu st��rken!

Quellen:
Charta f��r Vielfalt (o.D.): Vielfaltsdimensionen. Die sieben Dimensionen von Vielfalt. Abrufbar unter <www.charta-der-vielfalt.de/fuer-arbeitgebende/vielfaltsdimensionen/>
Althoff, Nina (2014): Menschenrechtsbasierter Diskriminierungsschutz. Menschenrechtsakademie.
Scherr, Albert; El-Mafaalani, Aladin; Y��ksel, Emine G��k��en (2017): Handbuch Diskriminierung. Wiesbaden: Springer VS.

Doing Gender

Doing Gender bezeichnet den Prozess des permanenten (t��glichen), nicht verhinderbaren, interaktiven Austausches, Anpassens und Auseinandersetzens von Personen in die bin��re Geschlechterordnung bzw. Heteronormativit��t, also der gesellschaftlich vorgegebenen Zweigliedrigkeit der Geschlechter in m��nnlich und weiblich und die dazugeh��renden Geschlechterrollen. Das Auseinandersetzen besch��ftigt sich auch mit der Bewertung, Hierarchisierung und Strukturierung der Geschlechter in der Gesellschaft aber auch im eigenen sozialen Umfeld, wie Schule, Arbeitsplatz, Familie oder Politik. Geschlechterrollen werden zum Beispiel ��ber Sprache, Handlungen, Mimik und Gestik, Auftreten, Kleidungsstil, die eigene Wahrnehmung und den eigenen Umgang mit Anderen geschaffen und erhalten. Doing gender ist ein kreisf��rmiger Prozess zwischen Darsteller*in und Betrachter*in.
Quelle: Queer Lexikon unter: http://queer-lexikon.net/doku.php?id=gender:doing_gender; Czollek, Leah et al. (2009): Lehrbuch Gender und Queer: Grundlagen, Methoden und Praxisfelder. S. 21; Degele, Nina (2008): Gender/Queer Studies. Eine Einf��hrung. Paderborn, S. 80

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E

Emanzipation

Emanzipation stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie ���Entlassung in die Eigenst��ndigkeit���. Es bezeichnet den Vorgang der Befreiung aus einer Abh��ngigkeit. Diese Befreiung k��nnen einzelne Personen durchlaufen, aber auch Gruppen, die von anderen unterdr��ckt und unselbst��ndig gehalten werden. Im Sprachgebrauch wird ���Emanzipation��� meist in Bezug auf die Rechte der Frauen angewendet. Die Gleichberechtigung zwischen M��nnern und Frauen wurde 1949 in unser Grundgesetz geschrieben. In den letzten Jahrzehnten wurden viele Erfolge auf dem Weg der Frauenemanzipation erreicht. Inzwischen ist es beispielsweise selbstverst��ndlich, dass Frauen jeden gew��nschten Beruf aus��ben k��nnen oder auch ihren Namen behalten k��nnen, wenn sie heiraten. Trotzdem gibt es noch Benachteiligungen f��r Frauen. Es ist f��r Frauen immer noch schwerer als f��r M��nner, auf Spitzenpositionen in der Wirtschaft oder in hohe ��ffentliche ��mter zu gelangen. Ziel der Emanzipation ist eine Gesellschaft selbstbestimmter, gleichberechtigter Menschen.
Quelle: Bundeszentrale f��r politische Bildung: Emanzipation, http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/das-junge-politik-lexikon/161035/emanzipation;Queer Lexikon unter: http://queer-lexikon.net/doku.php?id=queer:emanzipation

Essentialismus

Der Essentialismus geht in Anlehnung an die Ideenlehre von Plato davon aus, da�� es einen Kosmos idealer Wesenheiten real gebe, auf den Begriffe a priori (logischerweise) bezogen seien, und da�� es die Aufgabe der Wissenschaft sei, die irdischen Erscheinungen jenen idealen Gegenstandsklassen begrifflich zuzuordnen. Dabei wird angenommen, da�� den idealen Wesenheiten bestimmte innere Zielsetzungen und Bewegungstendenzen innewohnten, denen dann auch die vom Wissenschaftler qua Definition zugeordneten empirischen Erscheinungen folgen. Das Verhalten von Gegenst��nden wird dadurch ���erkl��rt���, da�� man sie den abstrakten Wesenheiten definitorisch zuordnet, die dieses Verhalten als inneres Bewegungsgesetz, als inh��rente teleologische Tendenz aufweisen.
Quelle: Esser, Hartmut (1999): Soziologie: allgemeine Grundlage, Frankfurt/ New York, S. 59.

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F

Fachhabitus

Der Fachhabitus stellt sich als ein sozialer Handlungsrahmen dar. Die Hochschule als Umwelt studentischer Sozialisation ist in Fachrichtungen und F��cher gegliedert. Es gibt keine homogene akademische Kultur an den Hochschulen, sondern diese differenziert sich entlang der F��cher und Fachgruppen aus. Die akademische Kultur nimmt demnach die Form von Fachkulturen an, in denen Werte, Haltungen, Erkenntnisregeln usw. handlungsbestimmend sind, die von den an ihr Beteiligten erworben, praktiziert und weitergegeben werden. Als inkorporierte Strukturen eines Ausschnitts der sozialen Welt formen sie den jeweiligen Fachhabitus der Akademiker.
Quelle: Kreitz, Robert (2000): Vom biographischen Sinn des Studierens. Die Herausbildung fachlicher Identit��t im Studium der Biologie, Opladen, S. 14.


Feminismus

Feminismus ist eine geistige Einstellung, die die gleichen Rechte und Chancen f��r alle bzw. beide Geschlechter fordert. Gleichzeitig ist Feminismus eine politische Bewegung, die eine gesellschaftliche Ver��nderung anstrebt um genau jene Rechte und Chancen f��r alle bzw. beide Geschlechter zu verwirklichen. () Feministische Forschung hat vier Grundpfeiler: Kritik an frauenfeindlichen Theorien, Systemen etc.; Macht-, Gesellschafts- und Herrschaftsanalysen; Aufarbeitung der Geschichte mit weiblicher Perspektive und das Einbringen von Alternativen und Entw��rfen in die gesellschaftliche Diskussion.
Quelle:�� http://queer-lexikon.net/


Frauenbewegung

Die Frauenbewegung (auch Frauenrechtsbewegung) ist eine globale soziale Bewegung, die sich f��r die Gleichberechtigung von Frauen in Staat und Gesellschaft einsetzt. Sie entstand im Zusammenhang mit den sozialen und erzieherischen Reformbewegungen des 19. Jahrhunderts in Westeuropa und den USA und breitete sich schnell in andere L��nder aus. Wichtige Themen der Frauenbewegung sind u. a. die Gleichstellung der Geschlechter und die Neubewertung der tradierten Geschlechterrollen, um insbesondere im Geschlechterverh��ltnis Bevormundung, Ungerechtigkeiten und soziale Ungleichheiten zu beseitigen.
Quelle:�� https://www.bpb.de/gesellschaft/gender/frauenbewegung/

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G

Geschlechterforschung/ Gender Studies

Die Geschlechterforschung ist eine Forschungsrichtung, die nach der Bedeutung des Geschlechts f��r Kultur, Gesellschaft und Wissenschaften fragt und dazu dieses als ma��gebliche Analysekategorie etabliert. Sie kann verstanden werden als interdisziplin��rer Zugang bzw. f��cher��bergreifende Forschungsperspektive, die in allen Wissenschaftsbereichen anwendbar ist. Geschlechtlichkeit wird dabei unter Ber��cksichtigung der gleicherma��en Frauen wie M��nnern zugeschriebenen Rollen, Funktionen und Attributen als ein soziales Konstrukt verstanden, das historisch-kulturellen Wandlungen unterliegt (Unterscheidung von sex und gender). Auf Basis dieses Ansatzes untersucht die Geschlechterforschung Geschlechterverh��ltnisse, ihre Ursachen und Wirkungsweisen in verschiedenen Bereichen wie z. B. Recht, Arbeit, Naturwissenschaft, Medizin, Religion, Organisationen, Literatur, Medien und Politik. Geschlecht wird dabei nicht als eine allumfassende Kategorie verstanden, sondern in ihrer komplexen Verwobenheit mit anderen Differenzkategorien wie Ethnizit��t, Klasse, Begehren oder Alter gesehen. Zentraler Forschungsgegenstand besteht entsprechend in der Analyse des hierarchischen Geschlechterverh��ltnisses etwa in Bezug auf die Geschlechterdifferenz, die Geschlechtsrolle und Geschlechtsidentit��t sowie dessen Manifestation in verschiedenen Gesellschaftsbereichen bzw. -feldern. Dabei werden auch Asymmetrien im Geschlechterverh��ltnis in verschiedenen Gesellschaftsbereichen in den Blick genommen, vorrangiges Interesse gilt aber vor allem der Frage nach der Funktion, Konstitution wie Ausformung von Geschlechterdifferenz. Je nach Perspektive werden Gender Studies und Geschlechterforschung entweder synonym gesetzt, oder letztere wird als eine f��r den deutschen Raum spezifische Ausrichtung verstanden, die jedoch andere Forschungsgegenst��nde hat und sich hinsichtlich des institutionellen Kontextes unterscheidet.

Quelle:�� https://www.uni-paderborn.de/universitaet/genderportal/gender-glossar/gender-studiesgeschlechterforschung/, Stand 8.10.2018; Christina von Braun/Inge Stephan, Gender @Wissen, in: Dies. (Hg.), Gender@Wissen. Ein Handbuch der Gender Theorien, K��ln/Weimar u. a. 2005, S. 746; Barbara Hahn, Geschlechterforschung und Gender Studies, in: Renate Knoll (Hg.), Metzler Lexikon Gender Studies/Geschlechterforschung. Ans��tze Personen Grundbegriffe, Stuttgart 2002, S. 156f.


Gender Trouble

Gender Trouble meint die Probleme, die sich aus der Zuschreibung von Geschlechterkategorien, vor allem in Bezug auf Macht- und Herrscherverh��ltnisse ergeben. Grundlage dieser Theorie ist die dekonstruktivistische Annahme, dass sowohl das biologische als auch das soziale Geschlecht eine nicht-naturgegebene Konstruktion ist. Gender Trouble ist der Titel des Buches, in dem Judith Butler diese Theorie beschreibt.
Quelle:�� Butler, Judith. 1990. Gender trouble: feminism and the subversion of identity.


Genderkompetenz

Genderkompetenz umfasst die F��higkeit und Motivation zur kritischen Reflexion sozialer, geschlechtsbezogener Zuschreibungen auf Grundlage des Wissens ��ber ihre Entstehung und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen sowie zu einer Anwendung des Wissens, mit welcher das eigene Handeln zu einem Abbau von Ungleichheiten in den Geschlechterverh��ltnissen beitr��gt. Kritisiert werden u. a. eine Beliebigkeit des Begriffs und die Individualisierung struktureller Gr��nde sozialer Ungleichheit, die vor allem durch den Bezug zum Kompetenzbegriff naheliegt.
Quelle:�� https://gender-glossar.de/glossar/item/27-genderkompetenz


Geschlechtergleichheit

Geschlechtergleichheit stellt im Gegensatz zur geschlechtlichen Gleichberechtigung oder Gleichstellung keine rechtliche Vorgabe bzw. politische Zielsetzung dar, sondern ein normatives Ideal. Geschlechtergleichheit ist dann gegeben, wenn die Lebenswelt der Menschen nicht mehr vom Geschlecht strukturiert wird, d.h. wenn der Zugang zu und die Verf��gungsmacht ��ber Ressourcen (wie z. B. Bildung, Erwerbst��tigkeit oder Zeit), M��glichkeit der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe sowie die Verteilung von Aufgaben (Pflege von Angeh��rigen, Kinderbetreuung, Hausarbeit) f��r alle Geschlechter gleicherma��en bestehen. Geschlechtergleichheit wird empirisch oft ��ber den Anteil von Frauen im Verh��ltnis zu M��nnern in z. B. Erwerbsarbeit oder Pflegearbeit abgebildet.
Quelle: Klenner, C. (2002). Geschlechtergleichheit in Deutschland. Aus Politik und Zeitgeschichte B, 33-34.


Geschlechteridentit��t

Geschlechtsidentit��t ist eine psychologische Bezeichnung f��r die sexuelle Identit��t eines Menschen, die aus der Identifikation mit sich selbst und einer sexuellen Selbstfindung entsteht.1) Der Begriff Gender Identity wurde von John Money eingef��hrt und ist eine Unterkategorie des Genders eines Menschen. Es stellt den unverr��ckbaren Wesenskern der Psychosexualit��t eines Menschen dar, der sich als eine Geschlechtszugeh��rigkeit ausdr��ckt. Die geschlechtstypische Verhaltensweise eines Menschen, die nicht unbedingt mit der Gender Identity eines Menschen ��bereinstimmen muss, nennt man Gender Role.
Quelle: http://queer-lexikon.net/doku.php?id=gender:geschlechtsidentitaet


Geschlechterverh��ltnisse

Geschlechterverh��ltnisse beschreiben die Beziehungen und Abh��ngigkeiten zwischen den Geschlechtern, ebenso wie die formellen und informellen Regeln und Strukturen, die diese Verh��ltnisse aufrechterhalten oder beeinflussen.�� Geschlechterverh��ltnisse werden auch als Geschlechterordnung bezeichnet, um auszudr��cken, dass das Geschlecht mit bestimmten gesellschaftlichen Vorstellungen und Erwartungen verkn��pft ist, welche das Handeln der Menschen beeinflusst. Traditionell war das Geschlechterverh��ltnis durch eine Dominanz des M��nnlichen bestimmt das Patriarchat. Auch wenn dieses ���klassische��� Geschlechterverh��ltnis in westlichen Gesellschaften aufgebrochen ist, finden sich auch hier weiterhin Vorstellungen ��ber das ���Weibliche���, welches eher auf das H��usliche fokussiert (Kinderbetreuung, Haushalt), und das ���M��nnliche���, welches vielmehr in der ��ffentlichkeit verortet ist (Erwerbsarbeit, Politik).
Quelle: Smykalle, S. (2006). Was ist ���Gender���? Gender Kompetenz Zentrum, HU Berlin, Zentrum f��r transdisziplin��re Geschlechterstudien. In:�� http://www.genderkompetenz.info/w/files/gkompzpdf/gkompz_was_ist_gender.pdf, zuletzt eingesehen am 05.10.2018. Wenninger, G. (Ed.). (2000). Lexikon der Psychologie: in f��nf B��nden.�� Spektrum, Akad. Verlag.

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Gleichstellung

Situation, in der alle Menschen ihre pers��nlichen F��higkeiten frei entwickeln und freie Entscheidungen treffen k��nnen, ohne durch strikte geschlechtsspezifische Rollen eingeschr��nkt zu werden, und in der die unterschiedlichen Verhaltensweisen, die unterschiedlichen Ziele und die unterschiedlichen Bed��rfnisse von Frauen und M��nnern in gleicher Weise ber��cksichtigt, anerkannt und gef��rdert werden. Gew��hrleistung des Fehlens jeglicher unmittelbaren oder mittelbaren Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.
Quelle: Glossar der Gleichstellung zwischen M��nnern und Frauen: www.esf-gleichstellung.de/fileadmin/data/.../glossar_gleichstellungspolitik.pdf


Gleichstellungspolitik

Gleichstellungspolitik soll die Chancengleichheit und faktische Gleichstellung von Frauen und M��nnern f��rdern sowie bestehende geschlechtsspezifische Diskriminierungen bek��mpfen. Sie hat ihren Ursprung im Lohngleichheitsartikel 119 EWGV von 1957 (heute Art. 157 Abs. 1 AEUV). () und wurde sukzessive ausgeweitet. Die im Privaten liegenden Voraussetzungen f��r weibliche ��Erwerbsf��higkeit�� wurden und werden zunehmend st��rker ber��cksichtigt (Vereinbarkeitsproblematik). Seit 1982 erg��nzen Aktionsprogramme die rechtlichen Ma��nahmen durch F��rderung von Projekten, die z. B. auf die Sensibilisierung und den Bewusstseinswandel der nationalen Gesellschaften insgesamt abzielen. Ferner wird Gleichstellungspolitik seit 1996 durch ��Gender Mainstreaming�� erg��nzt. Im Amsterdamer Vertrag wurde die Gleichstellungspolitik als Grundprinzip fest verankert und ist seither Bestandteil einer umfassenderen Antidiskriminierungspolitik der EU. 2010 verabschiedete die EU-Kommission eine Frauencharta (KOM (2010) 78 endg.), die ein st��rkeres Engagement in der Gleichstellungspolitik einfordert. Dieses wird vom 2006 gegr��ndeten Europ��ischen Institut f��r Gleichstellungsfragen flankiert.
Quelle: http://europa.eu/legislation_summaries/employment_and_social_policy/equality_between_men_and_women/index_de.htm

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H

Heterogenit��t

Heterogenit��t bezeichnet die Verschiedenheit innerhalb einer Gruppe in Bezug auf bestimmte Vergleichspunkte und -kategorien, wobei es keine Heterogenit��t an sich gibt. Sie kann nur im Verh��ltnis zu einer normierten Homogenit��t mit jeweils spezifischen (Gruppen-)Merkmalen bestehen.�� Das jeweilige Bestehen von Heterogenit��t kann als Ergebnis sozialer Prozesse betrachtet werden, in denen aus Machtpositionen heraus Normen festgelegt und Unterschiede zwischen Menschen gezogen sowie bewertet werden (Differenz). Heterogenit��t kann somit auch Ausdruck einer hierarchischen Strukturierung in einer Gruppe sein und soziale Ungleichheit hervorbringen, die sich z.B. in unterschiedlicher Verteilung von Ressourcen ��u��ert.
Quelle: Henschel, Angelika/ Eylert-Schwarz, Andreas (2015): Herausforderung Heterogenit��t Gender und Diversity als relevante Kategorien zur Gestaltung gelingender ��berg��nge zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung. In: Freitag, Walburga K./ Buhr, Regina/ Danzeglocke, Eva-Maria/ Schr��der, Stefanie/ V��lk, Daniel (Hrsg.): ��berg��nge gestalten. Durchl��ssigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung erh��hen. M��nster: Waxmann, S. 133150.;
Walgenbach, Katharina (2014): Heterogenit��t Intersektionalit��t Diversity in der Erziehungswissenschaft. Opladen und Toronto: Verlag Barbara Budrich


Heteronormativit��t

Mit dem Begriff Heteronormativit��t wird die Naturalisierung und Privilegierung von Heterosexualit��t und Zweigeschlechtlichkeit in Frage gestellt. Kritisiert werden nicht nur die auf Alltagswissen bezogene Annahme, es g��be zwei gegens��tzliche Geschlechter und diese seien sexuell aufeinander bezogen, sondern auch die mit Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualit��t einhergehenden Privilegierungen und Marginalisierungen. Der Begriff tauchte erstmalig 1991 in Michael Warners Aufsatz ���Introduction: Fear of a Queer Planet��� auf. Zentrale Bezugspunkte der Analysen von Heteronormativit��t stellen Foucaults Untersuchungen zum Zusammenhang von Sexualit��t und Macht sowie Butlers Theorie der Subjektkonstitution im Rahmen der heterosexuellen Matrix oder der heterosexuellen Hegemonie dar.
Quelle: ��https://gender-glossar.de/glossar/item/55-heteronormativitaet

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I

Intersektionalit��t

Mit dem Begriff der Intersektionalit��t wird die Verschr��nkung verschiedener Ungleichheit generierender Strukturkategorien, wie Geschlecht, Ethnizit��t, Klasse, Nationalit��t, Sexualit��t, Alter etc. erfasst. Er soll aufzeigen, dass keine dieser Kategorien alleine steht, sondern sowohl f��r sich als auch im Zusammenspiel mit den anderen einen die gesellschaftlichen Machtverh��ltnisse mitkonstituierenden Effekt hat. Die historischen Wurzeln liegen im 19. Jahrhundert und gehen auf die Erfahrungen Schwarzer Frauen und Lesben zur��ck, die sich im Feminismus westlicher wei��er Mittelschichtsfrauen nicht wiederfanden. Leslie McCall unterscheidet drei methodologische Zug��nge: den anti-kategorialen Ansatz, den intra-kategorialen Ansatz und den inter-kategorialen Ansatz.
Quelle: ��https://gender-glossar.de/glossar/item/25-intersektionalitaet

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J

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K

Konstruktivismus/ Dekonstruktivismus

Konstruktivismus, als soziologische Theorie, bezeichnet eine Betrachtungsweise, die davon ausgeht, dass wahrnehmbare Ph��nomene stets gesellschaftlich durch diskursive und soziale Praktiken hergestellt, konstruiert sind. () Bez��glich Geschlecht und eines ggf. vorhandenen Geschlechtsunterschieds hei��t dies, dass der Konstruktivismus diese als soziokulturelles Konstrukt, als durch diskursive und soziale Praktiken hergestellt, als kulturell und historisch relativ und variabel beschreibt. Insbesondere Frauenbewegung und feministische Theorie haben dies f��r das soziale Geschlecht gender deutlich gemacht. So ist die zur��ckgesetzte, diskriminierte Position von Frauen in der aktuellen Gesellschaft nicht als unausweichlich oder ���nat��rlich��� Vorhandenes bereits vorgegeben, sondern ist durch Traditionen, Institutionen und soziales Handeln hergestellt und wird unentwegt neu hergestellt. (Als gegens��tzlich zum Konstruktivismus geht der ->Essentialismus davon aus, dass es sich bei ���Geschlecht��� um eine ���nat��rliche��� ,vorgegebene, au��ersoziale Gegebenheit handele, die universell und ��berzeitlich sei.)
Dekonstruktive Perspektiven im Zusammenhang der Geschlechterforschung gehen dagegen davon aus ���dass es keine "eigentliche" Wahrheit hinter den vielf��ltigen Sprechweisen, Erfahrungen und Deutungen eines Begriffs ("Frau", "Weiblichkeit", "Geschlecht", z.B.) gibt��� (Villa 2008, S. 201). Die bezeichneten Ph��nomene ���Frau��� oder ���Mann��� werden durch die jeweiligen Deutungen und Bedeutungen erst konstruiert. Dekonstruktion richtet den Blick auf implizite Annahmen und Wertungen. Damit soll freigelegt werden, was ausgeschlossen, verdr��ngt oder nicht gedacht wird. () Dekonstruktion zeigt also auf, dass Zweigeschlechtlichkeit keine Naturtatsache ist, sondern eine soziale ���Vereinbarung���, die aber die allgemeine Voraussetzung unseres (auch wissenschaftlichen) Denkens und Handelns ist. Solchen Reduzierungen und Vereindeutigungen liegen Machtinteressen zugrunde. Dekonstruktion begreift generell Ph��nomene als historisch gewordene Effekte von Machtwirkungen. ���Dekonstruktionen versehen Ph��nomene mit einem Fragezeichen, () spielen den Gedanken durch, es k��nnte auch ganz anders sein. Dazu rekonstruieren sie benannte und unbenannte () Ph��nomene, identifizieren aber auch Zwang und Macht��� (Degele 2008, S. 104).
Quelle: ��Voss, Heinz-J��rgen (2010): Making Sex Revisited. Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive. S.23
http://www.gender-bw.de/fachpositionen/dekonstruktion.html��


Kulturwandel

Zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit im Hochschul- und Wissenschaftssystem ist es notwendig einen koordinierten Ver��nderungsprozess auf allen Ebenen zu etablieren, der ��ber die Umgestaltung von Organisationsstrukturen und ver��nderten F��cherkulturen zur grundlegenden Wandlung im Alltagshandeln aller Mitglieder der Institutionen beitr��gt. Zentral f��r diesen Prozess der Kulturver��nderung ist die geteilte ��berzeugung aller Akteur*innen, Geschlechtergerechtigkeit als Querschnittaufgabe anzunehmen. Dabei braucht es neben ��bergreifenden politischen Strategien f��r mehr Verbindlichkeit auch die Verantwortungs��bernahme zur Umsetzung und Gestaltung eines geschlechtergerechten Hochschul- und Wissenschaftssystems.
Quelle: ��https://bukof.de/wp-content/uploads/gender2020_broschuere.pdf

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L

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M

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N

Neurofeminismus

Der von der Biologin Sigrid Schmitz und der Sozialwissenschaftlerin Grit H��ppner vorgeschlagene Begriff Neurofeminismus nimmt Neurosexismus kritisch in den Blick. Neurosexismus beschreibt Fehler und Verzerrungen in den Annahmen der Neurowissenschaften, ihren Methoden, ihrer ��ffentlichen Verbreitung und ihren Konsequenzen. Neuofeminismus nimmt eine biokulturelle Perspektive ein, die Biologie und Kultur/Gesellschaft miteinander verwoben versteht. Das hei��t, die Entwicklung des Gehirns kann nicht als frei von sozialen Einfl��ssen betrachtet werden. Dar��ber hinaus geht es in der feministischen Neurowissenschaft darum, differenzierte Ans��tze f��r die Erforschung von Geschlecht und Gehirn zu entwickeln.
Quelle: ��Sigrid Schmitz, Grit H��ppner: neurofeminism and feminist neurosciences: a critical review of contemporary brain research. In: Frontiers in Human neuroscience 8/2014.online: http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fnhum.2014.00546/full
https://www.sparklingscience.at/_Resources/Persistent/9063373e812e19bad627bb4bed4a66c37f96b0e8/lehrbuch_CSL_Tatsaechlich.pdf

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O

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P

Partizipation

Die feministische Partizipationsforschung ist der wissenschaftliche Ort, an dem die wichtigsten demokratiepolitischen Ergebnisse, die zugleich demokratietheoretisch relevant sind, erarbeitet werden. In diesem Diskussionskontext ist vor allem die Unterscheidung zwischen konventioneller und unkonventioneller Partizipation entscheidend, markiert diese Differenzierung doch den geschlechtsspezifischen Bias politischen Handelns in repr��sentativ-demokratischen politischen Systemen. Unter ���konventioneller Partizipation��� sind all jene Formen politischer Beteiligung zu verstehen, die sich auf verfasste, formalisierte, institutionalisierte politische Verfahren und Orte beziehen, d.h. u.a. Wahlen, Parteien, Parlamente, Regierungen sowie transnationale Organe und Institutionen. Der Begriff ���unkonventionelle Partizipation��� umfasst all jene Politiken, die nicht verfasst und nicht oder nur wenig institutionalisiert sind, d.h. B��rgerinitiativen, Demonstrationen, Versammlungen, also vor allem typische Bewegungspolitiken. W��hrend im konventionellen Bereich die Benachteiligung von Frauen (quantitativ und qualitativ) noch immer betr��chtlich ist, lassen sich bei den unkonventionellen Beteiligungsformen deutlich weniger geschlechtsspezifische Unterschiede beobachten.
Quelle: ��Becker, Ruth/ Kortendiek, Beate (Hg.): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorien, Methoden, Empirie, Wiesbaden 2004, S. 471.


Performanz

Performativit��t ist ein wiederholtes (sprachliches) Tun, das eine produktive und generative Wirkung auf die soziosymbolische Realit��t entfaltet, gerade weil es auf kontingenten sozialen Grundlagen operiert. Das Sein oder So-Sein eines Geschlechtes ist demnach kein ontologischer Status, der aus einer vordiskursiven Wirklichkeit sch��pft, sondern das Ergebnis performativer Inszenierungen, die sich selbst erfolgreich als Sein darstellen, d.h. ihre Konstruiertheit verschleiern und einen Naturalisierungseffekt hervorrufen. Geschlechtsidentit��t erscheint damit als das Ergebnis einer rituellen Wiederholungspraxis.
Quelle: Schmidt, Melanie (2013). Performativit��t. In Gender Glossar / Gender Glossary, Verf��gbar unter http://gender-glossar.de


Postdemokratie

Postdemokratie bezeichnet einer verbreiteten Theorie in der Soziologie zufolge den Zustand vieler westlicher Demokratien, die den H��hepunkt der demokratischen Entwicklung ��berschritten und einen tiefgreifenden Wandel ihrer demokratischen Institutionen und ihrer demokratischen Praxis durchlaufen haben und gegenw��rtig noch durchlaufen. Damit verbunden sind ein R��ckbau und eine Degeneration demokratischer Standards und Entscheidungsmechanismen, die ihre Bedeutung im politischen Entscheidungsprozess immer mehr verlieren, obwohl sie vordergr��ndig noch intakt erscheinen. Wahlen entwickelten sich zu einem Element der Scheinpartizipation des B��rgers bzw. der B��rgerin, da sie kaum noch Einfluss auf tats��chliches Regierungshandeln aus��bten. Politik werde hinter verschlossenen T��ren gemacht, gesteuert durch die Interessen globaler Wirtschaftseliten oder Expertenkommissionen. Dies f��hre ��ber Desillusionierung und Politikverdrossenheit zu einer Abwendung der B��rger*innen vom politischen Geschehen (sinkende Wahlbeteiligung) und bef��rdere somit, dass sich Politik zu einer Angelegenheit geschlossener Eliten entwickele. Der Begriff und das dahinter stehende Konzept wurden wesentlich gepr��gt und verbreitet durch einen Aufsatz des britischen Politikwissenschaftlers Colin Crouch aus dem Jahr 2004. Der Ansatz kann als wirkungsm��chtig gelten, ist aber keineswegs unumstritten.
Quelle: ��Oliver Eberl/David Salomon, Soziale Demokratie in der Postdemokratie, in: Dies. (Hg.), Perspektiven sozialer Demokratie in der Postdemokratie, Wiesbaden 2017, S. 115; Gary S. Schaal, Postdemokratie. Tats��chlich?, in: ��Magazin Erwachsenenbildung.at: das Fachmedium f��r Forschung, Praxis und Diskurs, 11 (2011): Citizenship Education. Auf der Suche nach dem Politischen in der ���Postdemokratie���, S. 29 (URL: https://www.pedocs.de/volltexte/2013/7523/pdf/Erwachsenenbildung_11_2010_Schaal_Postdemokratie_tatsaechlich.pdf, Stand 7.10.2018).

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Queer Theory

Zun��chst als Schimpfwort f��r Homosexuelle verwendet, ��bernahm die schwul-lesbische Emanzipationsbewegung den Begriff 'Queer' in den 1980er Jahren als Grundlage von theoretischen Einspr��chen gegen die Heterosexualit��ts- und Normalit��tsanforderungen von Gesellschaft und Wissenschaft. Queer Theory ist dabei als wissenschaftliche Positionierung zu verstehen, die ihre Kraft aus der Auseinandersetzung mit Denkformen und Institutionen bezieht, die vereinfachen, binarisieren, hierarchisieren und ausgrenzen. Sie ist eine dreifach kritische Denkstr��mung und ��bt Begriffs- und Kategorienkritik, Identit��tskritik wie auch Heteronormativit��tskritik. Geschlecht und Sexualit��t werden als Instrumente und zugleich als Effekte bestimmter moderner Bezeichnungs-, Regulierungs- und Normalisierungsverfahren begriffen. Als entscheidende theoretische Leistung der Queer Theory ist es anzusehen, Heterosexualit��t analytisch als ein Machtregime rekonstruiert zu haben, das gesellschaftliche und staatliche Systeme strukturiert. Standen zun��chst Fragen der Sexualit��t und des sexuellen Begehrens im Vordergrund der Auseinandersetzungen, so verlagerte sich der Fokus im Zeitverlauf auf eine grunds��tzliche Hinterfragung von heteronormativen Identit��tskonzepten. Geschlecht und Begehren werden dabei als historisch kontingent sowie als performativ hervorgebracht verstanden. Mit ihrem identit��tskritischen Gestus richtet sich die Queer Theory daher auch gegen eine Naturalisierung der zweigeschlechtlichen Ordnung sowie entsprechende gesellschaftliche Normierungsprozesse.
Quelle: ��https://www.uni-paderborn.de/universitaet/genderportal/gender-glossar/queer-studiesqueer-theory/, Stand 8.10.2018; Nina Degele,�� Gender/Queer Studies. Eine Einf��hrung (= Basiswissen Soziologie), Paderborn 2008; Sabine Hark, Lesbenforschung und Queer Theorie: Theoretische Konzepte, Entwicklungen und Korrespondenzen, in:�� Becker, Ruth/ Kortendiek, Beate (Hg.), Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie (Geschlecht & Gesellschaft Bd. 35), Wiesbaden 22008, S. 108115.


Quoten

Eine Geschlechterquote ist eine Vorgabe, die festlegt, dass Frauen beziehungsweise M��nner zu einem bestimmten Mindestanteil in Gremien wie Vorstand oder Aufsichtsrat von an die Quote gebundenen Unternehmen vertreten sein m��ssen. Frauenquoten in der Wissenschaft stehen h��ufig im Verdacht, weniger qualifizierte Frauen zu Lasten von besser qualifizierten M��nnern zu f��rdern und so die Leistungs��f��higkeit des Wissenschaftssystems zu reduzieren. Aus ��konomischer Sicht stellt sich somit die Frage, ob mit Hilfe einer Quote der Frauenanteil tats��chlich erh��ht und die Qualit��t der ausgew��hlten Kandidaten und Kandidatinnen erhalten werden kann. () [Dagegen zeigen Studien, dass eine] Frauenquote in der Wissenschaft nicht nur die Erfolgschancen von Frauen in akademischen Auswahlverfahren erh��hen w��rde. Vermutlich w��rden sich auch mehr Frauen f��r diesen Karriereweg entscheiden und um die ausgeschriebenen Stellen bewerben. Insbesondere die neuen Erkenntnisse ��ber die geringere Wettbewerbsneigung von Frauen f��hren aus ��konomischer Sicht zu einer positiven Einsch��tzung der Quote als Ma��nahme zur Verbesserung der Chancengleichheit in der Wissenschaft.
Quelle: Wolf, Elke: Quote und Qualit��t zwingend ein Widerspruch? Eine Analyse m��glicher Effekte einer Frauenquote in der Wissenschaft aus ��konomischer Perspektive. In Beitr��ge zur Hochschulforschung, 38. Jahrgang, 3/2016

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Segregation vertikal und horizontal

Die Mehrzahl aller Berufe im deutschen Arbeitsmarkt wird entweder ��berwiegend von Frauen oder von M��nnern ausge��bt. Die Berufsbereiche Pflege, Erziehung, Reinigung und einfache B��rot��tigkeiten sind Frauendom��nen, technische und verarbeitende Berufe sind M��nnerdom��nen. Vertikale Segregation meint die ungleiche Verteilung in Bezug auf die Hierarchieebenen = Prozentual ist der Frauenanteil in F��hrungsebenen sehr gering. Je niedriger wir in den Hierarchieebenen absteigen, desto h��her wird der Frauenanteil.��
Quelle: IAB-Kurzbericht 9/2014, : M��nner- und Frauendom��nen kaum ver��ndert. Berufliche Segregation auf dem Arbeitsmarkt)


Sex-Gender-Differenz/ Geschlechterdifferenz

Die begriffliche Unterscheidung von Geschlecht als einerseits biologischem Faktum (Sex) sowie anderseits als Produkt kultureller und sozialer Prozesse (Gender) geht auf Arbeiten zur Transsexualit��t in den sechziger Jahren zur��ck. Der feministische Diskurs griff die Unterscheidung auf und verstand sie in einem antibiologistischen Sinne. Die Sex-Gender-Unterscheidung impliziert jedoch auch die unhaltbare Annahme, dass es ein biologisches Substrat der Geschlechterdifferenz gebe, welches kulturellen Unterscheidungen stets vorg��ngig w��re (latenter Biologismus). Wissenschaftstheoretische Arbeiten verweisen demgegen��ber darauf, dass Natur stets durch die Brille der Kultur gesehen wird.��
Quelle: https://gender-glossar.de/glossar/item/9-sex-gender-differenz


Sexismus

Sexismus bezeichnet verschiedene Formen der positiven und negativen Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres zugeschriebenen Geschlechts sowie die diesem Ph��nomen zugrunde liegende Geschlechterrollen festschreibende und hierarchisierende Ideologie. Urspr��nglich wurde der Begriff in den 1960er Jahren in der US-amerikanischen Frauenbewegung als Analogie zu Rassismus (racism) eingef��hrt. Sowohl M��nner als auch Frauen k��nnen von Sexismus betroffen sein. Die Erscheinungsformen von Sexismus sind kulturell und historisch bedingt.
Quelle: https://gender-glossar.de/glossar/item/13-sexismus


Stereotypisierung

Stereotype sind Verallgemeinerungen oder Faustregeln, die allen Mitgliedern einer gegebenen Gruppe identische Merkmale zuschreiben und dabei Unterschiede innerhalb der Gruppe vernachl��ssigen. Diese Merkmale beinhalten physische Attribute (z. B. M��nner sind gr����er als Frauen), Pers��nlichkeitseigenschaften (z. B. M��nner sind aggressiv, Frauen sind ��ngstlich), F��higkeiten (z. B. M��dchen sind gut in Sprachen, Jungen sind gut in Mathe), Pr��ferenzen (z. B. M��nner interessieren sich f��r Sport, Frauen interessieren sich f��r Mode) und allt��gliches Verhalten. () Diese Beispiele zeigen, dass Stereotype nicht auf negative Merkmale beschr��nkt sind, sondern auch positive Aspekte umfassen. Geschlechterstereotype umfassen besonders auch Studieng��nge, Berufe und Positionen.
Quelle: vgl. M. C. Steffens, I. D. Ebert, Frauen M��nner Karrieren, Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

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Vergeschlechtlichung/ Gendering

Vergeschlechtlichung/Gendering bezeichnet die Analyse bzw. Ber��cksichtigung der Geschlechteraspekte. In den Geschichts- und Sozialwissenschaften wird der Begriff verwendet, um auszudr��cken, dass ein Thema unter einer geschlechterspezifischen Fragestellung und Perspektive untersucht und dargestellt wird. Dabei wird davon ausgegangen, dass Geschlecht in nahezu allen Lebensbereichen eine Rolle spielt und Herrschaftsverh��ltnisse geschlechtlich markiert sind. Geschlecht pr��gt Denken, Vorstellungen, die soziale und politische Welt und diese konstituieren das soziale Geschlecht (Gender). In der Linguistik bezeichnet Gendering die Bestrebung, die Gleichstellung aller Geschlechter in der Sprache zu etablieren und Sexismus entgegenzuwirken, indem Texte in einer m��glichst geschlechtsneutralen oder Gender-inkludierenden Form verfasst werden. Die beiden Haupttechniken sind die Sichtbarmachung beider Geschlechter durch Beidnennung sowie die Verwendung geschlechtsneutraler Formulierungen.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gendering

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Women's Marches

Women���s Marches sind Protestm��rsche f��r die Rechte von Frauen*. Der erste Women���s March fand am 21.01.2017 statt, am Tag nach Donald Trumps Amtseinf��hrung. Daraus ist eine frauengef��hrte Bewegung geworden, die die politische Macht von Frauen* mobilisieren will, um gesellschaftliche Ver��nderungen zu kreieren, die die Rechte von Frauen*, Immigrant*innen, Arbeiter*innen, Menschen mit Behinderung und LGBTQIA Menschen st��rken.
Quelle: https://www.womensmarch.com ����

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Letzte ��nderung: 14.10.2022 -
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