Kandidatin für die zentrale Gleichstellungsbeauftragte 2022-2024

 

Dr. Mareike Fingerhut-SäckMareike Fingerhut-Säck

Stellvertretende zentrale Gleichstellungsbeauftragte der OVGU

Bereich für Geschichte (GES)

 

Warum möchtest du Gleichstellungsbeauftragte werden?

Mir ist Chancengleichheit sehr wichtig! Chancengleichheit heißt für mich: Jede*r sollte die gleiche Karriere machen können, egal welches Geschlecht die Person hat. Und daran möchte ich mitwirken. Ich möchte dazu beitragen, dass die OVGU noch stärker den wissenschaftlichen Nachwuchs fördert, besonders auch die weiblichen Postdocs.

Als Geschlechterforscherin bin ich außerdem der Meinung, dass wir die Verbindung zwischen Geschlechterforschung und Gleichstellung noch weiter forcieren müssen. Ich bin ja auch Historikerin und denke, dass ich durch dieses Wissen ein besonderes Verständnis dafür habe, wie die Hindernisse für marginalisierte Geschlechter überhaupt erst entstanden sind und was wir gemeinsam tun können, um diese Barrieren abzubauen. Außerdem möchte ich, dass der Unistandort so auch wieder attraktiver wird für Studierende.

Ich bin seit fast 20 Jahren fest mit der OVGU verbunden: erst als Studentin, dann als Hilfskraft, als wissenschaftliche Mitarbeiterin und seit 2020 als stellvertretende zentrale Gleichstellungsbeauftragte. In dieser Position habe ich einen tiefgehenden Einblick in die Strukturen der OVGU erhalten und aktiv an der Sensibilisierung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses mitgewirkt, weiß gleichzeitig aber auch um die Herausforderungen, die mit der Position einhergehen.

 

Was wäre eine der ersten Maßnahmen, die du gerne umsetzen würdest? Welches Projekt liegt dir am Herzen?

Studierendenwerbung ist für mich ein ganz großes Thema. Ich möchte zeigen, dass wir offen und bunt sind; eine Universität für alle. Dabei müssen wir auch die Studierenden miteinbeziehen und zusammen die Gleichstellung und Chancengleichheit an der OVGU voranbringen, indem wir als OVGU die Chancen gelebter kultureller Vielfalt betonen und uns für die Bekämpfung von Diskriminierung einsetzen. Ganz konkret möchte ich in diesem Zuge auch den Gender Campus wieder aktivieren und natürlich: Geschlechterforschung weiter etablieren. Das ist mein großes Herzensprojekt.

 

Was sagt du Kritiker*innen, die behaupten, wir brauchen keine Gleichstellungsbeauftragte, wir sind doch längst gleichgestellt?

Ich verweise dann immer auf den Gender Pay Gap. Frauen verdienen auch 2022 immer noch viel weniger als Männer, bei gleicher Arbeit. Daran erkennt man sehr gut, wie wenig gleichgestellt wir tatsächlich sind. Außerdem sind die Diskriminierungserfahrungen von Frauen und marginalisierten Geschlechtern erheblich und da muss es einfach eine Instanz geben, die sich für diese Gruppen einsetzt. Das ist wichtig, an jeder Uni und in jedem Unternehmen.

 

Was machst du, wenn du nicht gerade als stellvertretende zentrale Gleichstellungsbeauftragte im Einsatz bist?

Für Gleichstellung kämpft man ja eigentlich immer. Neben meiner Arbeit am Lehrstuhl für die Geschichte der Neuzeit mit Schwerpunkt Geschlechterforschung bin ich in erster Linie Mama und habe einen kleinen Sohn. Außerdem liebe ich das Reisen mit meinem  Mann. Das erweitert nicht nur den Horizont, sondern hilft auch in der Gleichstellungsarbeit: Man muss sich auf Dinge neu einstellen und lernt tolerant gegenüber neuen Kulturen zu sein.

 

Letztlich wird es wichtig sein, Gender und Diversity an der OVGU mehr zusammen zu denken, da dies neue Potentiale für die Chancengerechtigkeit, aber auch für die Forschung und das Miteinander an unserer Universität bietet.
Es gibt noch viel zu tun, aber dies möchte ich gern in den nächsten zwei Jahren anpacken!

Letzte Änderung: 24.05.2022 - Ansprechpartner: Webmaster